Was ist CATIA V5?

CATIA V5 wurde seit Mitte der 90er Jahre auf Basis neuer Softwaretechnologien von Grund auf neu entwickelt. Neben den traditionellen Haupteinsatzgebieten Fahrzeugbau und Luftfahrt adressiert es Bereiche wie den klassischen Maschinenbau, Betriebsmittel und Konsumgüter sowie Elektrik und Elektronik.

CATIA V5 ist seit März 1999 zur effektiven Produktentwicklung verfügbar. Im Abstand von aktuell 12 Monaten erscheinen neue Releases, die Verbesserungen und Erweiterungen enthalten. Die früheren V5-Releases trugen die Bezeichnungen R1 bis R21. Seit Release 22 oder offiziell V5-6R2012 steht eine neue Generation Software zur Verfügung, da zusätzlich Funktionalitäten des V6- bzw. 3DEXPERIENCE-Kerns implementiert wurde. Das aktuelle Release wurde im Februar 2020 freigegeben und trägt die Bezeichnung V5-6R2020 und entspricht damit R30.

Sind CATIA V5 und CATIA 3DEXPERIENCE kompatibel?

Die Releases von CATIA V5 sind mit korrespondierenden Releases von 3DEXPERIENCE bis auf einige Einschränkungen - besonders im Assembly Design - auf- und abwärtskompatibel. Die korrespondierenden Releases sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Tabelle Kompatibilität V5 zu 3DEXPERIENCE
CATIA V5   CATIA 3DEXPERIENCE
V5-6R2013 (R23) <--> R2014
V5-6R2014 (R24) <--> R2014x
V5-6R20nn (Rnn+10) <--> R20nnx
V5-6R2021 (R31) <--> R2021x

Anmerkungen zu der Tabelle „Kompatibilität V5“:

  1. Das Release 3DEXPERIENCE 2014 ist nicht allgemein verfügbar, wird jedoch von Jaguar-Landrover im Rahmen des i-PLM Projekts eingesetzt.
  2. Die Kompatibilität von V5 zu ENOVIA 3DEXPERIENCE ist unabhängig von der Tabelle und über mehrere Releasestände gegeben.
  3. Die neue tiefe Integration von V5 in ENOVIA 3DEXPERIENCE (Power'by) ist ab R2018x allgemein verfügbar (für Siemens NX ab R2019x on premises). Andere CAD-Systeme folgen in Kürze.

Durch den Einsatz von V5-6R2014 bei einigen deutschen Automobil-OEMs seit Herbst 2014 – bzw. V5-6R2016 seit Mai 2017 – erhalten Zulieferer grundsätzlich die Freiheit, Daten auf Part-Ebene in CATIA V5 oder in 3DEXPERIENCE zu erzeugen. Details müssen jedoch im Einzelfall abgeklärt werden.

Wie lange wird es noch CATIA V5 geben?

Version 5-6 als Filebased-Anwendung wird es noch mehrere Jahre geben. Im letzten Release waren wesentliche Verbesserungen und Erweiterungen. 

  • Neue Releases in CATIA V5: Im Moment gibt es keine Planungen, die Entwicklung von CATIA V5 einzustellen. Die offizielle Bezeichnung von CATIA V5 ist V5-6Rxxxx (z.B. 2021). Dies bedeutet, dass Entwicklungen aus der CATIA 3DEXPERIENCE (V6) nach CATIA V5 rückimplementiert werden, um die volle Kompatibilität sicherzustellen. Bis auf Weiteres kommt mit jedem CATIA 3DEXPERIENCE Release auch ein kompatibles Release V5-6.
  • Wartung: Unter Wartung sind in der Regel die letzten zwei Releases. Die Wartungsperioden für Releases sind für Kunden mit einem Dassault Systèmes Account hier einsehbar (3DX Passport erforderlich): https://media.3ds.com/support/DS_LifeCycleInformation.pdf.
  • Weiterentwicklung von CATIA: DS fährt im Moment die Entwicklungsstrategie – Cloud first. Dass bedeutet, dass neue Funktionalität zuerst für 3DEXPERIENCE in der Cloud entwickelt wird. Da 3DEXPERIENCE datenbankbasiert arbeitet, sind einige Anwendungen nur noch für 3DEXPERIENCE verfügbar. Diese Anwendungen sind für Sie als Anwender dahingehend besonders spannen, da diese nicht nur die mechanische Konstruktion unterstützen, sondern den kompletten digitalen Entwicklungsprozess. Zur Info: Es gibt mittlerweile auch die Brücke, CATIA V5 mit 3DEXPERIENCE in der Cloud zu nutzen.

Für den Übergang auf die 3DEXPERIENCE-Plattform stehen Migrationspfade zur Verfügung. Wir empfehlen CATIA V5 zu boostern!

Was ist CATIA V5-6?

V5-6 ist eine Release- und keine Versionsbezeichnung, die Version heißt weiterhin V5, so dass den Endkunden nur Wartungs- und keine Migrationskosten entstehen. Das Nachfolgesystem CATIA 3DEXPERIENCE ist die Weiterentwicklung von CATIA V6.

Welche Hardware ist für CATIA V5 geeignet?

Version 5 und 3DEXPERIENCE sind für Windows entwickelt. Für CATIA V5 noch verfügbare Unix-Versionen sind in der Praxis nicht mehr relevant.

Was sind die Systemvoraussetzungen für CATIA V5?

Die Lauffähigkeit ist auf jedem Windows-Rechner gegeben, jedoch wird empfohlen, ausschließlich zertifizierte Hardware mit Windows 10 zu verwenden. (Momentan gibt es noch keine Freigabe für WIN 11.) Die Lauffähigkeit der aktuellen, noch in Wartung befindlichen Releases auf älteren Windows-Versionen (XP, XP-64, Vista, W7-32) ist nicht gewährleistet, aber nicht in jedem Fall ausgeschlossen. In 32bit-Umgebungen besteht eine Arbeitsspeicherbegrenzung auf max. 2,8 GByte, die bei großen Modellen nicht ausreichend sein kann. Die Daten sind zwischen 32bit- und 64bit-Systemen kompatibel.

Windows 8 wird nur für wenige Rechnermodelle offiziell unterstützt und sollte aufgrund der geringen Verbreitung nur in Ausnahmefällen Verwendung finden. Ein vollständiger Übergang von Windows 7 auf Windows 10 wird bis 2020 erwartet. Windows 10 ist für die neuesten Releases ab V5-6R2016 bzw. ab 3DEXPERIENCE R2016x zertifiziert. Die Verwendung älterer Releases mit Windows 10 ist grundsätzlich möglich, jedoch können Probleme mit Grafikkarten-Treibern auftreten. Hardware-Hersteller, die ihre Systeme zertifizieren lassen, sind Boxx, Dell, Fujitsu, Hewlett-Packard, Lenovo, Panasonic und Toshiba. Eine aktuelle Liste der zertifizierten Typen ist im Internet abrufbar unter https://www.3ds.com/support/certified-hardware

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, eine nicht zu knappe Ausstattung an Arbeitsspeicher (8 bis 64 GByte) und eine leistungsfähige Grafikkarte (min. 1 GB Memory) zu verwenden. Mehrprozessorsysteme bzw. mehrere Prozessorkerne bringen nur in Ausnahmefällen (FEM, NC) Vorteile, da CATIA V5 im Regelfall in einem Prozess abläuft. Grundsätzlich gilt für ein performantes System die Kombination von wenigen hochgetakteten Cores mit viel Prozessor-Cache und schnellen Festplatten (SSD-Technologie). Unterstützt der Prozessor vier Speicherkanäle, bringt die Verwendung von vier Speicherchips Geschwindigkeitsvorteile.

Beliebte, aber nicht erforderliche Eingabegeräte sind die CadMouse und die 3D-Mouse/Spacepilot von 3Dconnexion.

Was sind die Plattformen P1 bis P3?

CATIA V5 ist in verschiedenen Leistungsstufen, die unterschiedliche Anwendergruppen adressieren, verfügbar:

Plattform 1 (P1)

Basis-Funktionalität

Plattform 2 (P2)

Standard-Funktionalität

Plattform 3 (P3)

Sonderanwendungen mit hohem technologischen Anspruch

Ziel des Plattform-Konzepts ist das Angebot von wettbewerbsfähigen Produkten für ein breites Spektrum von Anwendungen in unterschiedlichen Marktsituationen. So soll P1 in vielen Fällen auch mit sogenannten Midrange-CAD-Systemen preislich konkurrieren, wohingegen P2 und insbesondere P3 dem High-End-Bereich vorbehalten sind.

Die Unterschiede im Detail zwischen einigen wichtigen P1- und P2-Produkten finden Sie im Plattformvergleich P1-P2

Durch die Komplexität der Software und die große Anzahl von Erweiterungen und Änderungen in jedem Release sind die Auswirkungen der Unterschiede insbesondere zwischen Plattform 1 und 2 nur mit viel Erfahrung und großem Aufwand abzuschätzen, so dass nur wenige Anwender das Risiko eingingen, die Plattform 1 zu beschaffen. Durch das neuere Lizenzmodell "PLM Express" (siehe separater Abschnitt) wurde dieses Problem weitestgehend behoben.

Welche Module (Produkte) gibt es in CATIA V5?

Es existieren für CATIA V5 etwa 160 Einzelmodule ("Produkte"). Jedes Modul ist einer Software-Plattform zugeordnet.

Manche Produkte sind in verschiedenen Ausführungen als P1- und P2-Modul verfügbar. Welcher Plattform ein Modul zugeordnet ist, lässt sich weder anhand seiner Benennung noch der 3-stelligen Kurzbezeichnung sicher sagen. Ein wichtiges Indiz sind jedoch die Ziffern 1 bzw. 2 am Ende der vollständigen Benennung bzw. der Kurzbezeichnung, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.

Die wichtigsten P1- und P2-Module sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt, die gebräuchlichsten sind fett hervorgehoben.

P2 P1 Benennung Inhalt
ABT   Automotive Body in White Templates Rohkarosserie-Konstruktion
AMG   Advanced Machining NC 2- bis 5-Achs-Bearbeitung
ANL   Nonlinear Structural Analysis Product Nicht-lineare FEM-Berechnung
ANR   Engineering Analysis Review Darstellung und Auswertung von Berechnungsergebnissen, z.B. von GPS oder SPA
ASD AS1 Assembly Design Zusammenbaukonstruktion
ATH   Thermal Analysis Thermische Analysen
BK2   Business Process Knowledge Template Knowledgeware
  C12 COM 1 to 2 Extention Erweiterung Basismodul auf P2
CBD   Circuit Board Design Schnittstelle zu Leiterplattensystemen
  CC1 CADAM Interface Schnittstelle zu CADAM
CCV   Core & Cavity Design Flächen und Formtrennung für Werkzeuge
  CD1 Instant Collaboration Designer  
CFM   Composites Fiber Modeler  
CFO   Cast & Forged Part Optimizer Erweitertes Part Design für Guss- und Schmiedeteile
CLA   Composites Laser Projection Erzeugen von PLY- und CAL-Dateien für Laserbearbeitung
CNA   Compartment & Access Stahlbauerweiterung Schiffbau (Schotten, Durchgänge, ...)
COM CO1 Object Manager Basismodul
CPE   Composites Engineering Konstruktion von Faserverbundteilen
CPM   Composites Design for Manufacturing Fertigungsgerechte Aufbereitung von Faserverbundkonstruktionen
CPR   Composites Review Material-/Herstellbarkeit- und Kosten-Analyse von Faserverbundkonstruktionen
  DF1 Product Data Filtering Informationsreduzierung vor Datenweitergabe (IP Protection)
  DL1 Developed Shapes Flächenabwicklung
DMN DN1 DMU Navigator DMU-Analysen, Zeichnungsvergleich
DMO   DMU Optimizer DMU-Erweiterung (reduzierte Hüllen u.a.)
DSE   Digitized Shape Editor Flächenrückführung
DSS   Shape Sculptor Polygonflächen-Editor und Krümmungsanalyse
  DT1 Dimensioning and Tolerancing Review Viewing-Erweiterung für 3D-Master
  EC1 Electrical 3D Design & Documentation 3D-Konstruktion und Zeichnungserstellung für Kabelbäume
ECR   Electrical Cableway Routing Erweiterung zu SSR: Einbringung von 3D-Komponenten in 2D-Schemapläne
EHF   Electrical Harness Flattening Zeichnungserstellung für Kabelbäume
EHI   Electrical Harness Installation Kabelbaumkonstruktion
ELB   Electrical Library Bibliothek für Kabelbaumkonstruktion
ELD   Electrical Connectivity Diagrams Planung von Leitungsnetzwerken
EQT   Equipment Arrangement Erzeugen und verwalten von Anlagen-Komponenten
EST   Elfini Structural Analysis FEM-Solver-Steuerung
EWE EW1 Supply Chain Engineering Exchange Datenaustausch VPM mit File-based
EWR   Electrical Wire Routing Erzeugung und Analyse physischer Leitungen aus Schemaplänen
FAR   DMU Fastening Review Review von Automotive Body-in-White Verbindungselementen
FIT   DMU Fitting Simulator Einbausimulation
FLX   Flex Physical Simulation Anpassung flexibler Leitungsbündel (z.B. Durchhang) aufgrund physikalischer Bedingungen
FMP FM1 Functional Molded Parts Funktionale Spezifikation von Gießteilen
FMD   FEM Solid Erweiterter FEM-Festkörper-Vernetzer
FMS   FEM Surface FEM-Flächenvernetzer
FR1   Part Design Feature Recognition Feature-Erkennung
FSS FS1 Freestyle Shaper Freiformflächen-Modellierung
FSK   Freestyle Sketch Tracer Übernahme von Design-Skizzen
FSO   Freestyle Optimizer Erweiterung Freiformflächen-Modellierung
FSP   Freestyle Profiler Kurvenbasierte Freiformflächen
FTA FT1 3D Functional Tolerancing & Annotation 3D-Bemaßung und -Toleranzspezifikation
GAS   Generative Assembly Structure Analysis FEM-Analyse von Zusammenbauten
GDR GD1 Generative Drafting Zeichnungsableitung aus 3D-Modell
GDY   Generative Dynamic Response Analysis GPS-Erweiterung zur Analyse dynamischer Lastfälle
GPS GP1 Generative Part Structure Analysis Festigkeitsberechnung mit FEM für Einzelteile
GSD GS1 Generative Shape Design Flächenkonstruktion
GSO   Generative Shape Optimizer Erweiterte Flächenkonstruktion (Überbiegen, lokale Deformation  u.a.)
  HA1 Healing Assistant Flächenreparatur
HGR   Hangar Design Werkshallen-Layout
HVA   HVAC Design Heizungs-, Lüftungs-, Klimatisierungs-Entwurf
HVD   HVAC Diagrams Heizungs-, Lüftungs-, Klimatisierungs-Diagramme
I3P   3D Insight Erweiterter Viewer für Luftfahrt
IAE   ICEM Shape Design Aero Expert Class-A-Flächen für Luftfahrt
ICC   ICEM Surf to CV5 Interface Schnittstelle zu ICEM Surf
ICM   ICEM Shape Design Center Konstrukion von Class-A-Flächen
  ID1 Interactive Drafting 2D-Zeichnungserstellung
IEX   ICEM Shape Design Expert Class A Flächen
  IG1 IGES Interface IGES-Schnittstelle
IMA   Imagine & Shape Designerflächen (Sub-D, "Marshmellow")
KIN   Kinematics Simulator Kinematik-Simulation
PKT KT1 Product Knowledge Template Knowledgeware-Anwendung (User Defined Features UDF)
KWA   Knowledge Advisor Erstellung von Knowledgeware-Regeln
KWE KE1 Knowledgeware Expert Knowledgeware-Anwendung (Rules & Checks)
LMG LG1 Lathe Machining NC Drehbearbeitung
  LO0 2D Layout Browser Browser für LO1-Daten
  LO1 2D Layout for 3D Design 3D-Rekonstruktion aus 2D-Daten
MBG   NC Machine Tool Builder Physische und logische Modellierung von NC-Werkzeugmaschinen
MLG   NC Multi-Slide Lathe Machining NC Mehrschlitten-Drehbearbeitung
MMG   Multi-Axis Surface Machining NC 5-Achs-Bearbeitung
MPA   Prismatic Machining Preparation Assistant Erzeugung von Bohr- und prismatischen NC-Bearbeitungsfeatures
MPG   Multi-Pocket Machining Mehrtaschen-NC-Bearbeitung
MSG   NC Machine Tool Simulation NC-Simulation mit vollständigen NC-Maschinen
MTD   Mold Tooling Design Konstruktion Spitzgießwerkzeuge
NCG NG1 NC Manufacturing Review NC Basismodul und grundlegende Simulation
NVG   NC Manufacturing Verification NC erweiterte Simulation
PDG PD1 Part Design Festkörper-Modellierung
PEO   Product Engineering Optimizer Iterative Produktoptimierung
PFD   Product Function Definition Funktionale Produkt-Modellierung
PHS PH1 Photo Studio Fotorealistische Darstellungen
PID   Piping & Instrumentation Diagrams  
PIP   Piping Design Verrohrungs-Modellierung
PLO   Plant Layout Layout von Fertigungsanlagen
PMG PG1 Prismatic Machining NC Bohr- und prismatische Bearbeitung
PSO   Photo Studio Optimizer Erweiterte fotorelaistische Darstellungen
  PX1 PPR PDM Gateway Interface für PDM-Systeme (z.B. KVS)
QSR   Quick Surface Reconstruction Flächenrückführung
RBM   Rule Based Meshing Automatisierte FEM-Netzgenerierung
RCD   Raceway & Conduit Design  
RSO   Realistic Shape Optimizer Flächenanpassung nach Deformations-/Verzugs-Berechnung
RTR RT1 Real Time Rendering Texturdarstellung in Echtzeit
SDD   Ship Structure Detail Design  
SDI   Systems Diagrams  
SFD   Structure Functional Design  
  SH1 Sheetmetal Production  
SMD SM1 Sheetmetal Design Blechbearbeitung
SMG   3 Axis Surface Machining 3-Achs-Fräsbearbeitung
SPA SP1 Space Analysis Kollisionsuntersuchung, 3D-Bauteilvergleich
SPE   DMU Space Engineering Assistant  
  SR1 Structure Design Stahlbau-Konstruktion
SRF   Mech. Surface Refinement Grundlegende Class-A-Flächen
SRT   Systems Routing  
SSR   Systems Space Reservation  
  ST1 STEP Core Interface STEP-Schnittstelle AP203 und AP214
STC   Strim/Styler to CATIA Interface Strim-Schnittstelle
STL TL1 STL Rapid Prototyping erweiterte STL-Schnittstelle (STL einlesen und bearbeiten)
SXT   Extended STEP Interface Erweiterte STEP-Schnittstelle inkl. AP242 Ed1 (Assemblies, 3D-Toleranzen), AP203 und AP214
  TG1 Tooling Design Erweitertes Assembly Design und einige Normteile
TUB   Tubing Design Rohr- und Schlauchkonstruktion
TUD   Tubing Diagrams Rohr- und Schlauch-Schemazeichnungen
V4I V41 Version 4 Integration

V4-Integration

VOA   Vehicel Occupant Accomodation  
WAV   Waveguide Design  
  WD1 Welding Design Schweißverbindungskonstruktion
WGD   Waveguide Diagrams  
  WS1 Wireframe and Surface Drahtmodell und Flächen


Module der Plattform 3 sind:

ABF Automotive Body in White Fastening Rohkarosserie Verbindungselemente
ASL Aerospace Sheet Metal Blechteilentwicklung für Luftfahrt
BKT Business Process Knowledge Template Knowledgeware
CO3 Object Manager Basismodul für P3-Produkte
CPD Composites Design Entwicklung von Faserverbundteilen

Die Plattform 3 wird seit mehreren Jahren nicht mehr erweitert, teilweise durch neue oder aufgewertete P2-Produkte ersetzt und ist bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr praxisrelevant.

Beschreibung der einzelnen CATIA V5 Module geordnet nach Produktgruppen

Welche Pakete ("Konfigurationen") gibt es für CATIA V5?

Ein lauffähiges Version-5-System benötigt in jedem Fall ein Basispaket als Voraussetzung. Es ist nicht möglich, Einzelmodule beliebig miteinander zu kombinieren.

Wichtige Basispakete der Plattform 1:

DR1 Drafting

2D-Zeichnungserstellung
(CC1, CO1, ID1, V41)

MD1 Mechanical Design

Komplettpaket mechanische Konstruktion
(AS1, CC1, CO1, GD1, ID1, IG1, LO0, PD1, RT1, V41, WS1)

XM1 Extended Mechanical Design wie MD1, zusätzlich STEP, Blech und Schweißen
(AS1, CC1, CO1, GD1, ID1, IG1, PD1, RT1, SM1, ST1, V41, WD1, WS1)

 

Wichtige Basispakete der Plattform 2:

CV2 Core & Cavity Design Komplettpaket für Formenbauer
(AS1, CCV, COM, GDR, GS1, HA1, ID1, IG1, KE1, LO0, PD1, RT1, ST1, V4I)
HD2 Hybrid Design wie MD2, aber erweiterte Flächen GSD
(ASD, CC1, COM, GDR, GSD, ID1, IG1, KE1, LO0, PDG, RT1, V4I)
MD2 Mechanical Design Komplettpaket mechanische Konstruktion
(ASD, CC1, COM, GDR, GS1, ID1, IG1, KE1, LO0, PDG, RT1, V4I)
MO2 Mold & Die Machinist NC 3-Achs-Fräsen inkl. Flächenfunktionen GS1
(COM, GS1, IG1, NCG, SMG, V4I)
RM2 Preparation Mold & Die Machinist wie MO2, aber mit Zeichnungsfunktionalität
(AS1, CC1, COM, GD1, GS1, ID1, IG1, NCG, PD1, PMG, RT1, SMG, V4I)
SA2 Structural Analysis Finite-Elemente-Berechnung
(COM, EST, GAS, GPS, V4I)
XM2 Extended Mechancial Design wie MD2 zusätzlich STEP, Blech, Schweißen
(ASD, CC1, COM, GDR, GS1, ID1, IG1, KE1, LO0, PDG, RT1, SMD, ST1, V4I, WD1)
YM2 Styled Mechanical Design wie MD2 zusätzlich STEP, Flächenreparatur HA1, einfache Freestyle-Flächen FS1
(ASD, CC1, COM, FS1, GDR, GS1, HA1, ID1, IG1, KE1, PDG, RT1, ST1, V4I)

Am Häufigsten werden die Pakete HD2 und MD2 eingesetzt.

Der Konfigurationsvergleich für CATIA V5 mit Express- und CEE-Paketen. gibt einen Überblick über die Konfigurationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Pakte und deren Funktionen. Dassault Systèmes empfiehlt nur noch den Einsatz der CEE-Pakete CATEE, CATMEE und CATMSE

In welchen Bereichen wird CATIA angewendet?

CATIA umfasst eine große Anzahl an Modulen. Die einzelnen Module werden den einzelnen Anwendungsbereichen, so genannten Solutions zugeordnet.

Alternative Pakete PLM Express und Engineering Excellence

PLM Express ist ein alternativer Paketierungsansatz von CATIA V5 und wurde insbesondere für KMU entwickelt. Die Lösung CATIA V5 Engineering Excellence ermöglicht die Erstellung beliebiger 3D-Baugruppen für praktisch alle Modellierungsprozesse.

Warum soll man CATIA V5 PLM Express oder CATIA Engineering Excellence kaufen?

Im Vergleich zur klassischen Paketierung erhält der Anwender von CATIA V5 PLM Express ein umfangreicheres Paket zu reduzierten Kosten sowie immer einen ENOVIA-Anteil für das Datenmanagement. Es ist für mittelständische Kunden eine gute Basis für die Migration nach V6 bzw. 3DEXPERIENCE. Seit Februar 2017 lösen umfangreiche und preislich attraktive CATIA Engineering Excellence-Sonderkonfigurationen die bisherigen Automotive-Pakete ASO ab.

CATIA V5 PLM Express kennt 6 verschiedene Arten von Lizenzen:

  • Basislizenz
  • Enabler add-on
  • Enabler sharable
  • Extensions add-on
  • Extensions sharable
  • Einzelmodule sharable

Die Unterschiede zwischen Add-on- und Shareable-Lizenzen sind im Abschnitt "Lizenzmanagement" erläutert. Express-Konfigurationen können nicht mit Add-on-Produkten aus dem Standard-Portfolio erweitert werden (abgesehen von wenigen Ausnahmen), jedoch mit allen Sharable-Modulen.

Als Basislizenz steht das Paket CAT (Team PLM). CAT enthält die Einzelmodule AS1, CC1, CD1, COM, GDR, ID1, IG1, KE1, KT1, PD1, RT1, ST1, V4I und WS1 gemäß Tabelle im vorangegangenen Abschnitt, weiterhin die ENOVIA SmarTeam-Konfiguration TDM. CAT stellt somit eine umfassende Konfiguration einschließlich STEP und Datenmanagement dar. Einschränkungen gegenüber der häufig eingesetzten Standard-Konfiguration MD2 liegen in den Modulen AS1 (Assembly Design), PD1 (Part Design) und WS1 (Surface Design), die nur in der niedrigsten Funktionalitätsstufe enthalten sind. Die inhaltlichen Unterschiede sind als Download im Abschnitt "Software-Plattformen" zu finden. Der CV5-Teil von CAT (ohne ENOVIA SmarTeam) trägt in der internen Lizenzverwaltung die Bezeichnung CAC bzw. DP2+.

Die alternative Basiskonfiguration CAT3DX enthält für das Datenmanagement statt ENOVIA SmarTeam eine Konfiguration von ENOVIA 3DEXPERIENCE (PCS, CDR und XCD) für CATIA V5, das auch als Basis für 3DEXPERIENCE dienen kann. Die ENOVIA-Komponenten ENOVIA SmarTeam bzw. ENOVIA 3DEXPERIENCE müssen für den CATIA-Betrieb nicht verwendet bzw. installiert werden. CATIA V5 ("CAC") verhält sich für beide Konfigurationen identisch. Der Vorläufer von CAT3DX auf Basis ENOVIA V6 trägt die Bezeichnung CATV5-6.

Um die Funktionalität des Basispakets CAT bzw. CAT3DX zu erweitern, stehen 24 Enabler (Erweiterungen) zur Verfügung. Beispielsweise kann mittels des Enablers MCE auf die volle Funktionalität der verbreiteten Konfiguration MD2 erweitert werden.

Die wichtigsten Enabler sind:

  • AME (Module AMG, GS1, MPA, MPG, NCG, NVG) Advanced Multi-Axis & Pocket Machining
  • FPE (Module SMD, WD1) Fabricated Product Creation
  • GAE (Module GAS, GPS) Generative Structural Analysis
  • JTE (Module SR1, TG1) Jigs & Tooling Creation
  • LOE (Module FT1, LO1) 3D Layout & Annotation
  • MCE (Module ASD, FM1, GS1, PDG) Mechanical Product Creation
  • MME (Module DSS, GS1, MMG, MPA, NCG, PMG, SMG) Multi-Axis Surface Machining
  • MTE (Module ASD, CCV, FR1, GS1, HA1, MTD, PDG, TG1) Mold Tooling Creation
  • PKE (Module KWA, PKT) Knowledge Template
  • PRE (Module DMN, DMO, SPA) Collaborative Product Review
  • SGE (Module DSS, GS1, MPA, NCG, PMG, SMG) Surface Machining
  • TRE (Module ANR, DF1, DT1, FAR) Technological Specification Review

Die folgende Erweiterungsstufe sind 25 verschiedene "Extensions", die das Basispaket und einen beliebigen Enabler voraussetzen. Die wichigsten Extensions sind:

  • CPX (Module CPE, GSD) Composite Design
  • FAX (Module EST, FMD, FMS, GAS, GDY, GPS) FEM & Structural Analysis
  • FSX (Module FSK, FSO, FSP, FSS) Free Style Shape Design
  • FTX (Module FTA, LO1) 3D Master
  • HCX (Module DL1, GSD, GSO, RSO) Mechanical Shape Optimization
  • HDX (Module DL1, FS1, GSD) Mechanical Shape Design
  • MPX (Module CCV, CFO, FMP, GS1, PDG) Molded Product Design for Manufacturing
  • NVX (Module NCG, NVG) NC Machining Verification
  • PRX (Module FIT, KIN, SPA) Animated Products Review
  • WHX (Module ELB, EHI, EWR) Electrical Wire Harness Design

Am häufigsten eingesetzt werden folgende Konfigurationen

  • CAT
  • CAT + MCE (+ PRE + TRE)
  • CAT + MCE + HDX (+ PRE + TRE)
  • CAT + MCE + FPE
  • CAT + MCE + JTE
  • CAT + MCE + LOE
  • CAT + MTE
  • CAT + SGE

CATIA Engineering Excellence-Konfigurationen

Diese von Dassault genannte CEE-Programme enthalten Space Analysis, Kinematik-Simulation, 3D-Bemaßung (3D Master) und Blechkonstruktion. Die CEE-Konfigurationen enthalten alle einen 3DEXPERIENCE CATIA V5 Zugang (PowerBy):

  • CATEE = CAT3DX+FPE+JTE+TRE+LOE
  • CATMEE = CAT3DX+FPE+JTE+MCE+TRE+FTX+PRX
  • CATMSE = CAT3DX+FPE+JTE+MPE+TRE+FSX+FTX+HCX+PRX

Im Konfigurationsvergleich für CATIA V5 finden Sie die wichtigsten Express-Pakete mit Standard-Konfigurationen. Es gibt aus nahezu allen bekannten Paketen und Modulen attraktive Migrationsmöglichkeiten.

Wie erfolgt das CATIA Lizenzmanagement?

Für jedes lizenzierte Paket (Typ "Configuration") oder Modul vom Typ "shareable" erhält der Anwender einen Softwareschlüssel, der sowohl lokal auf einem Rechner installiert sein kann ("nodelocked") oder von einem mitgelieferten Lizenzmanager (DSLS) verwaltet wird ("concurrent").

Zusatzmodule vom Typ "shareable", die vom Lizenzmanager verwaltet werden, können vom Anwender dynamisch in eine laufende Arbeitssitzung hinzugenommen oder wieder freigegeben werden. In früheren Releases (bis R22) kam der LUM als Vorläufer des aktuellen Lizenzmanagers zum Einsatz. Ab Release V5-6R2013 (=R23) kann nur noch der DSLS verwendet werden. Für ältere Releases (R19 bis R22) sind sowohl DSLS als auch LUM möglich.

Zusatzmodule "add-on" oder "shareable":

Ein Zusatzmodul kann fest mit einem Basispaket verknüpft sein. Dieser Typ wird als add-on bezeichnet. Für die Kombination wird nur ein Lizenzschlüssel vergeben. Soll ein Zusatzmodul wechselweise mit verschiedenen Basispaketen verbunden werden, ist der Typ "shareable" erforderlich. Funktional sind "add-on"- und "shareable"-Module identisch, jedoch entstehen für "shareable"-Module höhere Kosten, im Regelfall sind dies ca. 50% mehr. Existiert für ein Modul der Plattform 1 ein korrespondierendes Modul in der Plattform 2, so ist das Modul der Plattform 1 nur als "add-on"-Typ verfügbar. Beispielsweise ist das Modul SPA als "add-on" und "shareable" verfügbar, das funktional reduzierte SP1 nur als "add-on".

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