
Vorbemerkung: Dies ist keine offizielle Beschreibung der erwähnten Anbieter, sondern stellt die Sicht der Autoren dar.
CATIA V5
CATIA V5 wurde seit Mitte der 90er Jahre auf Basis neuer Softwaretechnologie von Grund auf neu entwickelt. Neben den traditionellen Haupteinsatzgebieten Fahrzeugbau und Luftfahrt adressiert CATIA V5 zusätzliche Bereiche, wie z.B. den klassischen Maschinenbau, Betriebsmittel sowie Elektrik und Elektronik.
CATIA V5 ist seit März 1999 verfügbar. Im Abstand von anfangs 4 bis aktuell 18 Monaten erscheinen neue Releases, die Verbesserungen und Erweiterungen enthalten. Das aktuelle Release wurde im Februar 2010 freigegeben und trägt die Bezeichnung R20. Mit V6 steht der Nachfolger bereit, jedoch sind noch weitere Releases für V5 in Vorbereitung. Bis ca. 2015 soll die Weiterentwicklung und weitere 10 Jahre die Wartung (Fehlerbeseitigung und Anpassung an neue Infrastrukturbedingungen) für V5 gewährleistet sein.
Hardware
CATIA V5 wird auf Windows entwickelt und auf von CATIA V4 bekannte Unix-Hardwareplattformen portiert. Linux wird nicht unterstützt. Aus Performance-Gründen wird Unix seit ca. 2007 nur noch in Sonderfällen eingesetzt.
Die Lauffähigkeit ist grundsätzlich auf jedem Windows-Rechner (XP, x64 ab Release 16, Vista ab Release 18, Windows 7 ab R19 SP6) gegeben, jedoch wird empfohlen, ausschließlich zertifizierte Systeme zu verwenden. Hersteller, die ihre Systeme zertifizieren lassen, sind Dell, Fujitsu-Siemens, Hewlett-Packard, IBM, Lenovo und Sun. Eine aktuelle Liste der zertifizierten Typen ist im Internet abrufbar unter http://www.3ds.com/support/hardware-certification/windows-certified-workstations/
Grundsätzlich gilt die Empfehlung, eine nicht zu knappe Ausstattung an Arbeitsspeicher (4 bis 16 GByte) und eine leistungsfähige Grafikkarte (min. 512 MB Memory) zu verwenden. Mehrprozessorsysteme bzw. mehrere Prozessorkerne bringen nur in Ausnahmefällen Vorteile, da CATIA V5 im Regelfall in einem Prozess abläuft.
In 32-Bit-Umgebungen besteht eine effektive Arbeitsspeicherbegrenzung auf ca. 2 bis 2,8 GByte, die bei sehr großen Modellen nicht ausreichend sein können. 64-Bit-Adressierung, die die Begrenzungen bezüglich der Speicherverwendung praktisch aufhebt, ist zurzeit für die Betriebssysteme Windows XP x64 Edition bzw. Vista 64, Windows 7-64 und AIX verfügbar.
Software-Plattformen
CATIA V5 ist in verschiedenen Leistungsstufen, die unterschiedliche Anwendergruppen adressieren, verfügbar:
Plattform 1 (P1) | reduzierte Funktionalität zu reduzierten Kosten |
Plattform 2 (P2) | Standard-Funktionalität |
Plattform 3 (P3) | Sonderanwendungen mit hohem technologischen Anspruch |
Das Plattform-Konzept hat zum Ziel, für ein breites Spektrum von Anwendungen in unterschiedlichen Marktsituationen ein wettbewerbsfähiges Produkt anbieten zu können. So kann P1 in vielen Fällen auch mit sogenannten Midrange-CAD-Systemen preislich konkurrieren, wohingegen P2 und insbesondere P3 dem High-End-Bereich vorbehalten sind.
Die Unterschiede im Detail zwischen den P1 und P2 Produkten finden Sie hier:
Plattformvergleich P1-P2
Durch die Komplexität der Software und die große Anzahl von Erweiterungen und Änderungen in jedem Release sind die Auswirkungen der Unterschiede insbesondere zwischen Plattform 1 und 2 nur mit viel Erfahrung und großem Aufwand abzuschätzen, so dass nur wenige Anwender das Risiko eingingen, die Plattform 1 zu beschaffen. Durch das neue Lizenzmodell "CATIA PLM Express" (siehe separater Abschnitt) wurde dieses Problem weitestgehend behoben.
Es existieren etwa 160 Einzelmodule ("Produkte"). Jedes Modul ist einer Plattform zugeordnet. Manche Module sind in verschiedenen Ausführungen, z.B. als P1-Modul und als P2-Modul verfügbar. Welcher Plattform ein Modul zugeordnet ist, lässt sich weder anhand seiner Benennung noch der 3-stelligen Kurzbezeichnung sicher sagen. Ein wichtiges Indiz sind jedoch die Ziffern 1 bzw. 2 am Ende der Benennung bzw. der Kurzbezeichnung, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.
Die gebräuchlichsten Module sind:
P1 | P2 | Benennung | Inhalt |
AS1 | Assembly Design | Zusammenbaukonstruktion | |
Core & Cavity Design | Formtrennung für Werkzeuge | ||
CO1 | CATIA Object Manager | Basismodul | |
DN1 | DMU Navigator | DMU-Analysen | |
Electrical Harness Installation | Kabelbaumkonstruktion | ||
GD1 | Generative Drafting | Zeichnungsableitung aus 3D-Modell | |
GP1 | Generative Part Structure Analysis | Festigkeitsberechnung mit FEM | |
GS1 | Generative Shape Design | Flächenkonstruktion | |
Healing Assistant | Flächenreparatur | ||
Interactive Drafting | 2D-Zeichnungserstellung | ||
IGES Interface | IGES-Schnittstelle | ||
DMU Kinematics Simulator | Kinematik-Simulation | ||
KT1 | Product Knowledge Template | Knowledgeware | |
Mold Tooling Design | Konstruktion Spitzgießwerkzeuge | ||
NG1 | NC Manufacturing Review | NC Basismodul | |
PD1 | Part Design | Festkörper-Modellierung | |
PG1 | Prismatic Machining | NC Bohr- und prismatische Bearbeitung | |
RT1 | Real Time Rendering | Texturdarstellung in Echtzeit | |
SM1 | Sheetmetal Design | Blechbearbeitung | |
3 Axis Surface Machining | 3-Achs-Fräsbearbeitung | ||
SP1 | Space Analysis | Kollisionsuntersuchung | |
STEP Core Interface | STEP-Schnittstelle AP203 + AP214 | ||
Tooling Design | Konstruktion Stanzwerkzeuge | ||
V41 | Version 4 Integration | V4-Integration | |
Wireframe and Surface | Drahtmodell und Flächen |
Gelegentlich kommen auch folgende Module zum Einsatz:
ABT | Automotive Body in White Templates | Flächen für Rohkarosseriebau | |
Advanced Machining | NC 2- bis 5-Achs-Bearbeitung | ||
COM 1 to 2 Extention | Erweiterung Basismodul auf P2 | ||
Circuit Board Design | Schnittstelle zu Leiterplattensystemen | ||
Developed Shapes | Flächenabwicklung | ||
DMU Optimizer | DMU-Erweiterung (reduzierte Hüllen u.a.) | ||
Digitized Shape Editor | Flächenrückführung | ||
Electrical Harness Flattening | Zeichnungserstellung für Kabelbäume | ||
Electrical Library | Bibliothek für Kabelbaumkonstruktion | ||
Elfini Structural Analysis | FEM-Solver-Steuerung | ||
EW1 | ENOVIA Workpl. Package Exch. | Datenaustausch mit ENOVIA VPM | |
DMU Fitting Simulator | Einbausimulation | ||
Functional Molded Parts | Funktionale Spezifikation von Gießteilen | ||
FEM Surface | FEM Flächenvernetzer | ||
Part Design Feature Recognition | Feature-Erkennung | ||
FS1 | Free Style Shaper | Freiformflächen-Modellierung | |
Free Style Sketch Tracer | Übernahme von Design-Skizzen | ||
Free Style Optimizer | Erweiterung Freiformflächenmodellierung | ||
Free Style Profiler | Kurvenbasierte Freiformflächen | ||
FT1 | 3D Functional Tol.&Annotation | 3D-Toleranzspezifikation | |
Gen. Assembly Structure Analysis | FEM-Analyse von Zusammenbauten | ||
Generative Shape Optimizer | Erw. Flächenkonstr. (überbiegen u.a.) | ||
ICM | Class A Flächen | ||
Image & Shape | Designerflächen ("Marshmellow") | ||
Knowledge Advisor | Erstellung von Knowledgeware-Regeln | ||
KE1 | Knowledgeware-Anwendung | ||
LG1 | Lathe Machining | NC Drehbearbeitung | |
Multi-axis Surface Machining | NC 5-Achs-Bearbeitung | ||
Prismatic Machining Prep. Ass. | Erzeugung von NC-Bearbeitungsfeature | ||
Multi-Pocket Machining | Mehrtaschen-NC-Bearbeitung | ||
Product Engineering Optimizer | iterative Produktoptimierung | ||
PH1 | Photo Studio | Photorealistische Darstellungen | |
PPR PDM Gateway | Interface für PDM-Systeme | ||
QSR | Quick Surface Reconstruction | Flächenrückführung | |
Realistic Shape Optimizer | Rückrechnung der Kunststoffform | ||
Sheetmetal Production | Blechteil-Bearbeitung | ||
Structure Design | Stahlbau-Konstruktion | ||
TL1 | STL Rapid Prototyping | erweiterte STL-Schnittstelle | |
Tubing Design | Rohr- und Schlauchkonstruktion | ||
Welding Design | Schweißverbindungskonstruktion |
Module der Plattform 3 sind:
Automotive Body in White Fastening | Rohkarosserie-Entwicklung | |
Aerospace Sheet Metal | Blechteilentwicklung für Flugzeugbau | |
Business Process Knowledge Template | Knowledgeware | |
CATIA Object Manager | Basismodul für P3-Produkte | |
Composites Design | Entwicklung von Composites |
Die Plattform 3 wird seit mehreren Jahren nicht mehr erweitert und teilweise durch neue oder aufgewertete P2-Produkte ersetzt.
Pakete ("Konfigurationen")
Ein lauffähiges V5-System benötigt in jedem Fall ein Basis-Paket als Voraussetzung. Es ist - im Gegensatz zu V4 - nicht möglich, Einzelmodule beliebig miteinander zu kombinieren.
Wichtige Basispakete der Plattform 1 sind:
Drafting | 2D-Zeichnungserstellung | |
MD1 | Mechanical Design | Komplettpaket mechanische Konstruktion |
Extended Mechanical Design | wie MD1, zusätzlich STEP, Blech, Schweißen und erweiterte Flächenfunktionalität (GS1) |
Wichtige Basispakete der Plattform 2 sind:
Core & Cavity Design | Komplettpaket für Formenbauer | |
Drawing Production | 2D-Zeichnungsableitung und -erstellung | |
EI2 | Electrical Wire Harness Install. | Kabelverlegung |
Hybrid Design | wie MD2, aber erweiterte Flächen (GSD) | |
I3D | 3D Insight 2 | erweiterter Viewer für Luftfahrt |
ISX | ICEM Surf Design Center & Expert 2 | Class A Flächen |
Mechanical Design | Komplettpaket mechanische Konstruktion | |
Mold & Die Machinist | NC 3-Achs-Fräsen incl. Flächenfunktionen (GS1) | |
RM2 | Preparation Mold & Die Machinist | wie MO2, aber mit Zeichnungsfunktionalität |
SA2 | Structural Analysis | Finite-Elemente-Berechnung |
XM2 | Extended Mechanial Design | wie MD2 zusätzlich STEP, Blech, Schweißen |
Styled Mechanical Design | wie MD2 zusätzlich STEP, Flächenreparatur, einfache Freestyle-Flächen (FS1) |
Übersicht Flächensoftware
CATIA V5 umfasst eine große Anzahl von Flächenmodulen für unterschiedliche Aufgabenstellungen. Dabei kommen unterschiedliche mathematische Ansätze zur Anwendung. Nach folgenden Kriterien kann differenziert werden:
Generative Flächen basieren auf Parametern und können durch Änderung der Parameter geändert werden. Ein Parameter ist z.B. eine Stetigkeitsbedingung bezüglich einer benachbarten Fläche, d.h. dass die Änderung der Nachbarfläche eine automatische Anpassung der Fläche bewirkt. Die Module WS1, GS1, GSD, HA1, CCV, GSO, RSO, ABT und DL1 können der Gruppe der generativen Flächen zugeordnet werden.
Freiformflächen werden interaktiv gestaltet und besitzen im Regelfall keine Historie, so dass sich Änderungen benachbarter Geometrien nicht auf die Fläche auswirken. Grafische Hilfsmittel zur Gestaltung der Freiformflächen sind Netze, Vektoren oder charakteristische Polygone, an denen "gezupft" werden kann. Vertreter dieser Flächenform sind die Module, FS1, FSS, FSO, FSP sowie IMA, das die Sonderform der Sub-Division-Surfaces repräsentiert. Auch mit Flächenrückführungsmodulen (DSE, QSR) können Freiformflächen erzeugt werden.
Class-A-Flächen erfüllen die Anforderung an höchste Oberflächenqualität. Typisches Kennzeichen ist die Möglichkeit, Stetigkeiten bis zur 3. Ableitung (Punkt, Steigung, Krümmung, Krümmungsänderung) darzustellen. Mit der ICEM-Produktfamilie (IAE, ICM, IEX) kann diese Art von Flächen innerhalb CATIA V5 erzeugt werden.
Polygon-Flächen stellen eine einfache form der Annäherung einer Fläche furch ebene Polygone dar. In CATIA V5 kann diese Art von Flächen mit DSS erzeugt und geändert werden.
CATIA PLM Express
CATIA PLM Express ist ein neuer Ansatz zur Paketierung der V5-Lizenzen (seit Herbst 2006 verfügbar). Im Vergleich zur "klassischen" Paketierung erhält der Anwender im Regelfall ein umfangreicheres Paket zu deutlich reduzierten Kosten. Es ist für mittelständische Kunden die Basis für eine Migration nach V6.
CATIA PLM Express kennt 6 verschiedene Arten von Lizenzen:
Die Unterschiede zwischen Add-on- und Sharable-Lizenzen sind im folgenden Abschnitt "Lizenzmanagement" erläutert. Kunden, die ihre Lizenzen noch nicht von IBM zu Dassault Systèmes transferiert haben, steht CATIA PLM Express nur eingeschränkt zur Verfügung.
Als Basislizenz steht zurzeit nur das Paket CAT (CATIA Team PLM) zur Verfügung. Es enthält die Einzelmodule AS1, COM, GDR, ID1, IG1, KE1, KT1, PD1, RT1, ST1, V4I und WS1 gemäß Tabelle im vorangegangenen Abschnitt, weiterhin die SmarTeam-Konfiguration TDM (siehe Abschnitt ENOVIA SmarTeam) sowie die weniger gebräuchlichen Module CC1 (CADAM-Interface) und CD1 (Collaborative Design). CAT stellt somit eine umfassende Konfiguration einschließlich STEP und Datenmanagement dar. Einschränkungen gegenüber der am häufigsten eingesetzten Standard-Konfiguration MD2 liegen in den Modulen AS1 (Assembly Design), PD1 (Part Design) und WS1 (Surface Design), die nur in der niedrigsten Funktionalitätsstufe enthalten sind. Die inhaltlichen Unterschiede sind im Download-Bereich zu finden.
Um die Funktionalität des Basispakets zu erweitern, stehen 23 Enabler zur Verfügung. Beispielsweise kann mittels des Enablers MCE auf die volle MD2-Funktionalität erweitert werden. Die wichtigsten Enabler sind:
Die folgende Erweiterungsstufe sind 20 verschiedene "Extentions", die das Basispaket und einen Enabler voraussetzen. Die wichigsten Extensions sind:
Am häufigsten eingesetzt werden folgende Konfigurationen
PRE und TRE stehen Zulieferern im Automobilbereich in den speziellen ASO-Paketen (Automotive Supplier Offering) zur Verügung.
Lizenzmanagement
Für jedes lizenzierte Paket oder Modul vom Typ "sharable" erhält der Anwender einen Softwareschlüssel, der sowohl lokal auf einem Rechner installiert sein kann ("nodelocked") oder von einem mitgelieferten Lizenzmanager (LUM) verwaltet wird ("concurrent"). Zusatzmodule vom Typ "sharable", die vom Lizenzmanager verwaltet werden, können vom Anwender dynamisch in eine laufende Arbeitssitzung hinzugenommen oder wieder freigegeben werden.
Zusatzmodule "add-on" oder "sharable":
Ein Zusatzmodul kann fest mit einem Basispaket verknüpft sein. Dieser Typ wird als "add-on" bezeichnet. Für die Kombination wird nur ein Lizenzschlüssel vergeben. Soll ein Zusatzmodul wechselweise mit verschiedenen Basispaketen verbunden werden, ist der Typ "sharable" erforderlich. Funktional sind "add-on"- und "sharable"-Module identisch, jedoch entstehen für "sharable"-Module höhere Kosten. Existiert für ein Modul der Plattform 1 ein korrespondierendes Modul in der Plattform 2, so ist das Modul der Plattform 1 nur als "add-on"-Typ verfügbar. Beispielsweise ist das Modul SPA als "add-on" und "sharable" verfügbar, SP1 nur als "add-on".
ENOVIA
ENOVIA ist eine Sammelbezeichnung für Produkte aus dem DMU- und PDM-Umfeld.
Es sind zu unterscheiden:
ENOVIA Portal | DMU | Digital Mock-up |
ENOVIA PM | PDM | Product Data Management |
ENOVIA VPDM V4 | PDM | Product Data Management |
ENOVIA SmarTeam | PDM | Product Data Management |
ENOVIA MatrixOne | PDM | Product Data Management |
ENOVIA Portal
ENOVIA Portal ist eine Ausprägung von CATIA V5 für das Digital Mock-up (DMU). Die meisten Module von ENOVIA Portal sind auch in CATIA V5 verfügbar, z.B. FIT, KIN, SPA. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass ENOVIA anders paketiert ist. Eine ENOVIA-Konfiguration lässt sich nicht um jene Module erweitern, die konstruktive Änderungen am CAD-Modell zulassen.
Für ENOVIA Portal gilt das identische Plattformkonzept wie für CATIA V5.
Basispakete der ENOVIA Portal Plattform 1 sind:
DMU Review 1 | Viewer und Analyse-Tool für CATIA V4 und V5 | |
DV1 | DMU Viewer 1 | Viewer für CATIA V5 |
Ein erweiterter Viewer mit der Bezeichnung "3D Insight" (I3D) kann ab R20 als CATIA-Konfiguration zur Verfügung stehen.
Basispakete der Plattform 2 sind:
DM2 | DMU Review 2 | Viewer und Analyse-Tool für CATIA V4 und V5 |
DMU Digital Product Synthesis | Viewer und erweiterte Analysen |
3d.com
ENOVIA-Portal besitzt mit 3d.com noch eine weitere Komponente, für die es keine Entsprechung in CATIA V5 gibt. 3d.com ist - vereinfacht gesagt - die Web-Variante der Konfigurationen DM1 bzw. DV1. Mit Hilfe von 3d.com lassen sich durch einen Web-Browser CATIA-Modelle auf einem Server ohne Konvertierung anschauen und eingeschränkt analysieren.
ENOVIA PM
Der ENOVIA Product Manager ist ein Vorläufer von ENOVIA VPM V5, seit mehreren Jahren vom Vertrieb zurückgezogen und hat kaum noch eine praktische Bedeutung.
ENOVIA VPM V4
ENOVIA Virtual Product Modelling ist ein System zur Verwaltung von CATIA-V4-Daten. Es wurde so erweitert, dass es auch CATIA-V5-Daten verwalten kann und ist heute bei vielen großen CATIA-Anwendern im Einsatz. In den meisten Fällen wird VPM V4 durch ein PDM-Backbone-System unterstützt, das zusätzliche Funktionen, wie z.B. das Work-Flow-Management, abdeckt.
ENOVIA VPM V5 (LCA)
ENOVIA Virtual Product Modelling V5 ist der Nachfolger von ENOVIA VPM V4 und PM. Die Software-Architektur ist V5-konform. Zielgruppe sind große Anwender, die hohe Ansprüche an das Management ihrer PLM-Daten haben, wie z.B. das Konfigrationsmanagement komplexer Produkte. Gegenüber anderen PDM-Systemen hebt sich VPM V5 durch eine vollständige Integration in die CATIA-Strukturen ab.
ENOVIA SmarTeam
ENOVIA SmarTeam ist eine Produktlinie aus dem PDM-Bereich. SmarTeam versetzt die Anwender in der Lage, die Daten von CATIA V5 und anderen CAD-Systemen komfortabel und sicher zu verwalten und Unternehmensprozesse (z.B. Freigaben) abzubilden.
ENOVIA SmarTeam ist analog zu CATIA und ENOVIA in Module ("Produkte") und Pakete ("Konfigurationen") gegliedert. Es gibt jedoch keine Unterscheidung in Plattformen.
Die wichtigsten Module sind:
Name | Benennung | Inhalt |
BOM | Stückliste zum Datenaustausch mit anderen PDM-Systemen | |
CATIA Integration | Integration von CATIA V5 | |
Editor | Lese- und Schreiboperationen in der Datenbank | |
FDN | Foundation | Basismodul für alle Konfigurationen |
NVR | Navigator | Leseoperationen |
SEE | Supply Chain Eng. Exchange | Datenaustausch-Abgleich für CATIA V5 |
Workflow | Management von Unternehmensprozessen |
Weiterhin gibt es Module zur Integration verschiedener CAD-Systeme (ProE, Inventor, UG, ...), Anbindungen an ERP-Systeme (SAP, Oracle), Multisite-Unterstützung u.a.
Die wichtigsten Konfigurationen (Pakete) sind:
SED | Editor | volle Kernfunktionalität |
Engineering | wie SED, jedoch um BOM und WFL erweitert | |
Navigator | Lese- und Viewing-Funktionalität (Web-Basis) | |
CATIA Team PDM | wie SED, jedoch um V5-Integration (CAI) erweitert |
Positionierung der PDM-Produkte
Mit ENOVIA SmarTeam, ENOVIA VPM und ENOVIA MatrixOne hat Dassault Systèmes drei unterschiedliche, sich teilweise überlappende PDM-Systeme im Portfolio.
Die wesentlichen Unterschiede lassen sich wie folgt darstellen:
ENOVIA SmarTeam: Eignung für einfache Produkt- und Unternehmensstrukturen
VPM/LCA ("VPLM"): Eignung für komplexe Produkt- und einfache Unternehmensstrukturen:
ENOVIA MatrixOne: Eignung für einfache Produkt- und komplexe Unternehmensstrukturen:
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Freecall: 0800-CATIAV6 (2284286).